Religion

Bhutan ist ein tief spirituelles Land. Davon zeugen die unzähligen Chorten (Reliquienschreine, die man in Indien „Stupa“ nennt, in Tibet „Chörten“ und in China „Pagode“) die malerisch in der Landschaft liegen sowie die religiösen Gemälde von buddhistischen Heiligen und die Schreine, die fast in jedem Haus zu finden sind.

Der heilige tibetische Lama Guru Rinpoche, auch „Padmasambhava“ (der Lotusgeborene) genannt, brachte im 8. Jhd. den tantrischen Mahayana Buddhismus nach Bhutan. Guru Rinpoche wird heute noch als der Gründer des Buddhismus in Bhutan verehrt.

Bhutan ist das einzige Land, das den Mahayana Buddhismus in seiner Tantrischen Vajrayana-Form als Staatsreligion pflegt. Buddhismus ist die vorherrschende Religion (72 %) und beeinflusst das Land in jeder Hinsicht. Hinduismus ist mit 25 % die zweitgrößte Religion.

Mehr als 10.000 Chorten und über 2.000 Klöster zeugen von der Wichtigkeit des Buddhismus und prägen das architektonische Bild des Landes. Einige von ihnen sind nationale Schätze, wie der Taktshang, das „Tigernest“ in der Nähe der im Westen des Landes gelegenen Stadt Paro. Es thront hoch oben auf steilen Felsklippen und ist eines der Wahrzeichen Bhutans.

Die traditionelle Architektur der Dzongs – so heißen die historischen Klosterburgen in Bhutan - ist besonders einzigartig und sichtbarer Ausdruck der bhutanischen, vom Buddhismus geprägten Kultur: Alle Komponenten, Proportionen, Farben und Symbole haben eine tiefere religiöse Bedeutung wie zum Beispiel das Fernhalten böser Dämonen.

In jedem der 20 Distrikte (Dzongkhags) Bhutans gibt es eine dieser Klosterfestungen, die seit der Zeit von Shabdrung Ngawang Namgyal, dem Gründer des vereinigten Bhutans im 17. Jahrhundert, religiöses Zentrum und zugleich Sitz der Verwaltung des jeweiligen Distrikts sind. Daher besteht jede dieser Festungen aus einem religiösen und einem weltlichen Teil.

Der Punakha-Dzong ist der heiligste und wichtigste Dzong Bhutans und spielt eine besondere historische Rolle. Der Name Pungtang Dechen Photrang Dzong bedeutet übersetzt „der Palast des großen Glücks oder Glückseligkeit“. Eingebettet zwischen dem Mo Chhu (Mutter) Fluss und Pho Chhu (Vater) Fluss, ist es die einzige Klosteranlage, die nicht von massiven Mauern umgeben ist.

Der Phunaka Dzong ist nicht nur die Winterresidenz des Je Khenpo, dem religiösen Oberhaupt des Landes, und 500 Mönchen, sondern auch der Ort, wo alle Könige von Bhutan gekrönt wurden und werden.